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Zverev gewinnt die US Open: 6:3, 7:6 (2), 5:7, 6:2 gegen Shelton

Der zweite Grand-Slam-Titel des Jahres nach Paris, der erste deutsche Herrensieg in New York seit Boris Becker 1989, auf den Tag sechs Jahre nach dem verlorenen Finale gegen Thiem. Das Match dauerte 3:33 Stunden.

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Datenstand
Alexander Zverev steht in weißem Trikot auf dem Sandplatz von Roland Garros, den Schläger in der rechten Hand und einen Ball in der linken, und wartet auf den nächsten Ballwechsel.
Alexander Zverev bei den French Open 2026 in Paris, wo er wenige Tage später seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann. Archivbild vom 31. Mai 2026, nicht vom aktuellen Turnier.Archivbild · Like tears in rain / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · resized from the original 4000×3000 upload

Alexander Zverev hat die US Open gewonnen. Der Topgesetzte schlug Ben Shelton im Finale am Sonntag 6:3, 7:6 (2), 5:7, 6:2, nach 3:33 Stunden und um 23:53 Uhr deutscher Zeit. Es ist sein zweiter Grand-Slam-Titel, drei Monate nach dem ersten bei den French Open, und er ist damit der erste deutsche Sieger im Herreneinzel von New York seit Boris Becker 1989. Auf den Tag genau sechs Jahre zuvor hatte er auf demselben Platz das Finale 2020 gegen Dominic Thiem nach 2:0-Satzführung verloren.

Shelton, 23 und in seinem ersten Grand-Slam-Finale, hätte der erste Amerikaner seit Andy Roddick 2003 werden können, der ein Grand-Slam-Turnier gewinnt; Roddick saß im Stadion. Zverev hat nun alle sechs Duelle mit Shelton gewonnen.

Das Match

Shelton servierte in seinem ersten Aufschlagspiel bei Breakball einen Doppelfehler und beim Satzball zum 6:3 noch einen; mehr Chancen hatte Zverev im ersten Satz nicht, und er nutzte beide. Im zweiten Satz gab es auf beiden Seiten keinen Breakball. Den Tiebreak führte Zverev 5:0 und gewann ihn 7:2, darin der schnellste Aufschlag des Matches mit 237 km/h.

Sheltons ersten Breakball gab es bei 2:3 im dritten Satz, Zverev wehrte ihn nach einem Aufschlag mit 214 km/h ab. Bei 3:4 endete ein Ballwechsel über 19 Schläge mit einem Rückhandwinner Zverevs und Shelton am Boden. Shelton hielt seine Aufschlagspiele inzwischen mühelos, und bei 5:6 spielte Zverev ein schwaches Aufschlagspiel: Shelton hatte drei Satzbälle und nutzte den zweiten, als Zverev einen Vorhandvolley verschlug. Es war laut dem Liveblog von Yahoo Sports das erste Break Sheltons gegen Zverev nach 66 Aufschlagspielen des Deutschen in ihren Duellen.

Zverev holte sich das Break im ersten Spiel des vierten Satzes sofort zurück. Bei 2:1 bekam er eine Verwarnung wegen Zeitüberschreitung, das Publikum applaudierte der Entscheidung, und er hielt Stuhlschiedsrichterin Marijana Veljović entgegen, er habe auf Ruhe gewartet. Zum 5:2 breakte er erneut, als ein Lob Sheltons zu lang wurde, und servierte aus; der letzte Punkt war ein Aufschlag, den Shelton ins Aus schlug. Zverev merkte zunächst nicht, dass das Match vorbei war, und stellte sich für den nächsten Punkt auf, bevor er die Arme hob. Das Publikum stand das ganze Match über hinter Shelton und klatschte bei Zverevs Fehlern, so der Ticker von sport.de. Zverev hatte vor dem Finale gesagt, das mache ihm nichts aus: „Ich spiele seit über zehn Jahren in Stadien, die manchmal gegen mich sind“, zitiert ihn die Sportschau. „Ich bin es gewohnt, ich mag solche Atmosphären auch.“

Shelton schlug mehr Asse, 10 zu 9, Zverev mehr Doppelfehler, 6 zu 4. Entschieden hat das Match, was nach dem ersten Aufschlag kam: Zverev gewann 84 Prozent seiner Punkte nach dem ersten Aufschlag, Shelton 70, Zverev brachte 19 seiner 20 Aufschlagspiele durch und gewann 20 von 24 Punkten am Netz. Shelton hatte im ganzen Match drei Breakbälle und nutzte einen.

Genutzte BreakbälleQuelle: Tennis.com
4 von 6Zverev
1 von 3Shelton
ZverevShelton
Asse910
Doppelfehler64
Erste Aufschläge im Feld70 %75 %
Punkte nach erstem Aufschlag84 %70 %
Gehaltene Aufschlagspiele19 von 2017 von 21

Quelle: Matchstatistik bei Tennis.com.

„Wir haben 30 Jahre auf einen Grand-Slam-Titel gewartet, und jetzt haben wir zwei innerhalb von drei Monaten gewonnen“, sagte Zverev bei der Siegerehrung, im Bericht der ATP und hier aus dem Englischen übersetzt. „Ich glaube, Gott hat gesehen, wie hart wir gearbeitet haben, wie sehr wir gelitten haben, durch wie viel Schmerz wir gegangen sind. 2026 ist das Ergebnis all der Jahre davor.“ An Shelton gerichtet: „Das war dein erstes Grand-Slam-Finale, aber ich habe dir schon gesagt, dass du noch viele, viele Male hier stehen wirst.“ Shelton sagte in seiner Rede, wie Tennishead sie wiedergibt: „Dein zweiter Grand Slam, dein zweiter in einem Jahr. Du bist einer der besten Spieler der Welt, vielleicht der beste Spieler der Welt in diesem Jahr. Du arbeitest härter als jeder, den ich kenne.“

Die Saison

Zverevs Bilanz bei den vier Grand-Slam-Turnieren dieses Jahres lautet 25:2: Halbfinale in Melbourne gegen Carlos Alcaraz, Titel in Paris gegen Flavio Cobolli, Finale in Wimbledon gegen Jannik Sinner, Titel in New York. Es ist sein drittes Grand-Slam-Finale in Serie und das sechste seiner Karriere, und er ist laut ATP der vierte Mann der Profi-Ära, der seine ersten beiden Grand-Slam-Titel in derselben Saison gewinnt, nach Jimmy Connors 1974, Guillermo Vilas 1977 und Sinner 2024. Seine einzigen beiden Titel 2026 sind die beiden Grand-Slam-Titel; mit 53 Siegen führt er die Tour an.

Der Weg ins Finale hatte 19:38 Stunden gedauert, nach zwei Fünfsatzmatches in den ersten beiden Runden laut ATP der viertlängste eines Finalisten seit Beginn der Aufzeichnungen 1991. Von der dritten Runde bis zum Halbfinale gab er keinen Satz ab, im Viertelfinale gegen Botic van de Zandschulp ebenso wenig wie im Halbfinale gegen Karen Chatschanow, 6:3, 7:6 (7), 7:6 (6), in dem er im zweiten Tiebreak 3:5 und im dritten 4:6 zurücklag.

An der Spitze der Weltrangliste ändert sich nichts. Zverev bleibt die Nummer zwei, 1.810 Punkte hinter Sinner, der in New York wegen einer Knieverletzung fehlte. Im Race nach Turin, das nur die Punkte dieser Saison zählt, führt er jetzt mit 700 Punkten vor Sinner; vor dem Halbfinale lag er 500 zurück. Die ATP Finals werden vom 15. bis 22. November in Turin gespielt. Die laufend gepflegte Übersicht zu Weltrangliste, Saisonbilanz und nächsten Turnieren ist auf den Stand nach dem Finale gebracht.

Shelton

Shelton war der erste afroamerikanische Spieler in einem Grand-Slam-Finale seit MaliVai Washington in Wimbledon 1996 und der erste im Finale der US Open seit Arthur Ashe 1972. Im Viertelfinale hatte er Titelverteidiger Alcaraz um 3:33 Uhr nachts geschlagen, im Halbfinale Frances Tiafoe 4:6, 6:3, 6:3, 7:5; vor dem Sonntag stand er in Finals auf der Tour bei 7:2. Im April hatte er das Turnier in München gewonnen, ein Jahr nachdem er dort das Finale gegen Zverev verloren hatte. Am Montag steht er zum ersten Mal auf Platz vier der Weltrangliste.

Krawietz und Pütz

Der deutsche Titel im Doppel blieb aus. Kevin Krawietz und Tim Pütz verloren das Finale am Samstag 4:6, 6:7 (6:8) gegen Christian Harrison und Neal Skupski, die im gesamten Turnier keinen Satz abgaben; im Tiebreak des zweiten Satzes vergaben die Deutschen einen Satzball. Es war ihr zweites verlorenes Finale in New York nach 2024. Pütz deutete im ZDF an, dass die Partnerschaft nach der Saison enden könnte: „Die Chance besteht, dass es nicht weitergeht“, zitiert ihn der SID; er werde zum Jahresende 39 und wolle mehr zu Hause sein. Der einzige deutsche Sieger im Herrendoppel der US Open bleibt Philipp Petzschner 2011 mit Jürgen Melzer.

Preisgeld und Ausblick

Zverev erhält 5,5 Millionen Dollar, Shelton 2,8 Millionen, aus insgesamt 108 Millionen Dollar Preisgeld. Den Damentitel hatte am Samstag Elena Rybakina mit 6:4, 5:7, 6:2 gegen Aryna Sabalenka gewonnen.

Zverevs nächstes Match ist ein Heimspiel: die zweite Qualifikationsrunde des Davis Cups gegen Kroatien am 19. und 20. September in der heristo-arena in Halle, für die ihn der DTB nominiert hat, zusammen mit Yannick Hanfmann sowie Krawietz und Pütz. Vom 25. bis 27. September folgt der Laver Cup in London, für den er im Februar für Team Europa zugesagt hat.

Quellen

Wesentliche Aussagen in diesem Artikel stützen sich auf die folgenden Quellen.

  1. 01Sportschau · Grand-Slam-Finale in New York: Zverev triumphiert bei den US Open (Spielbericht mit Zitaten von der Siegerehrung, Stand 14. September 2026, 00:20 Uhr)veröffentlicht · abgerufen
  2. 02Tennishead (via Yahoo Sports), Max Kilham · Ben Shelton sends message to Alexander Zverev in his runner's up speech after losing the US Open finalveröffentlicht · abgerufen
  3. 03sport.de · Liveticker Alexander Zverev - Ben Shelton 3:1 | Finale, US Open 2026 (Spielbeginn 20:20 Uhr, Matchball 23:53 Uhr MESZ; Verwarnung wegen Zeitüberschreitung im vierten Satz)abgerufen
  4. 04ATP Tour, Jerome Coombe · Zverev doubles up in 2026, stymies Shelton for US Open titleveröffentlicht · abgerufen
  5. 05Tennis.com · Alexander Zverev vs. Ben Shelton · Final · US Open (match statistics: aces 9–10, double faults 6–4, first serve 70%–75%, break points 4/6–1/3)abgerufen
  6. 06Yahoo Sports, Jack Baer (live blog) · US Open: Alexander Zverev snuffs out Ben Shelton's bid for history to win second Grand Slam title (live blog, last update 21:54 UTC)veröffentlicht · abgerufen
  7. 07Wikipedia · 2026 US Open – Men's singles (revision 1374744312 after the final: Zverev d. Shelton 6-3, 7-6 (2), 5-7, 6-2; first German men's champion since Becker 1989; Shelton first African-American man in a major final since MaliVai Washington 1996 and at the US Open since Arthur Ashe 1972; wikitext via the MediaWiki API)abgerufen
  8. 08Sportschau · Zverev will im US-Open-Finale US-amerikanischen Traum verhindern (Halbfinalbericht Zverev gegen Khachanov, 11. September 2026)veröffentlicht · abgerufen
  9. 09ATP Tour, Jerome Coombe · Zverev keeps dream season rolling into US Open final after Khachanov winveröffentlicht · abgerufen
  10. 10ATP Tour, Vishakha Khandelwal · Shelton downs Tiafoe in all-American SF, into first Grand Slam final at US Openveröffentlicht · abgerufen
  11. 11ATP Tour · Zverev's big chance to overtake Sinner for first in Live Race (PIF ATP Live Race To Turin, 10 September 2026)veröffentlicht · abgerufen
  12. 12ATP Tour · Alexander Zverev's shot at joining exclusive club: One major down, another in sight for 2026veröffentlicht · abgerufen
  13. 13Eurosport / SID · US Open 2026: Kevin Krawietz und Tim Pütz verlieren Doppel-Finale in New York - Titeltraum platzt gegen Harrison/Skupski (Update 13. September 2026, 10:12 Uhr)veröffentlicht · abgerufen
  14. 14Sky Sport / dpa · Krawietz/Pütz verpassen US-Open-Titel: Deutsches Doppel unterliegt im Finaleveröffentlicht · abgerufen
  15. 15United States Tennis Association / usopen.org · 2026 US Open offers $108 million in player compensation, largest package in tennis historyveröffentlicht · abgerufen
  16. 16Deutscher Tennis Bund · Zverev führt deutsches Davis Cup-Team gegen Kroatien anabgerufen
  17. 17Laver Cup · Zverev and de Minaur confirmed for Laver Cup London 2026veröffentlicht · abgerufen
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Zverev gegen van de Zandschulp: Wer der Niederländer ist, der Alcaraz und Nadal schon geschlagen hat

Alexander Zverev trifft im Viertelfinale der US Open zum ersten Mal auf Botic van de Zandschulp. Die Weltranglistenposition sagt 70, die Vorgeschichte in New York sagt etwas anderes: ein Viertelfinale als Qualifikant 2021, ein Sieg über Alcaraz 2024 und jetzt zwei Fünfsatzsiege in drei Tagen.

Nicolai SchmidVon Nicolai Schmid