Arthur Géa verlor in der Qualifikation. Jetzt steht er im Achtelfinale der US Open.
Ein Rückzug von Casper Ruud öffnete dem 21-jährigen Franzosen die Tür. Drei Siege später ist er erst der zweite Lucky Loser der Profi-Ära in der zweiten Woche von New York. Was ein Lucky Loser ist, und wie es dazu kam.
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Arthur Géa war nach der Qualifikation für die US Open ausgeschieden. In der dritten und letzten Qualifikationsrunde verlor er gegen den Amerikaner Nishesh Basavareddy und gewann dabei vier Spiele. Eine Woche später steht er im Achtelfinale. Dazwischen liegen ein Rückzug, drei Siege über fünf, vier und wieder fünf Sätze und eine Regel, die Verlierern der Qualifikation eine zweite Chance gibt.
Was ein Lucky Loser ist
Grand-Slam-Turniere haben ein Hauptfeld von 128 Spielern, von denen 16 aus der Qualifikation kommen. Wer in deren letzter Runde verliert, ist zunächst draußen. Zieht aber ein Spieler aus dem Hauptfeld zurück, bevor er seinen ersten Punkt gespielt hat, rückt ein Lucky Loser nach. Wer das ist, entscheidet bei Grand-Slam-Turnieren nicht allein die Rangliste: Laut dem Grand-Slam-Regelbuch 2026 wird die Reihenfolge der vier bestplatzierten Verlierer der letzten Qualifikationsrunde ausgelost, erst danach geht es streng nach Rangliste. Gibt es beim Ende der Qualifikation schon mehr als zwei Absagen, wächst der Lostopf auf die Zahl der Absagen plus zwei.
In diesem Jahr gab es in New York fünf solcher Nachrücker. Géa kam ins Feld, weil Casper Ruud, gesetzt an Position 19, nach der Auslosung absagte. „Ich habe einfach trainiert und darauf gewartet, reinzukommen, aber nichts war wirklich sicher“, sagte Géa später auf Englisch über die Tage des Wartens.
Drei Siege
Sein Erstrundengegner war der Argentinier Juan Manuel Cerúndolo. Géa gewann den ersten Satz, verlor die nächsten beiden und drehte das Match: 6:3, 2:6, 3:6, 6:3, 6:1. In der zweiten Runde gegen den Amerikaner Zachary Svajda verlor er wieder den ersten Satz und gewann die folgenden drei deutlich, 5:7, 6:3, 6:2, 6:2, mit 15 Assen und acht genutzten von zehn Breakbällen.
In der dritten Runde traf er auf Michael Zheng, einen amerikanischen Wildcard-Spieler, der zuvor den Lucky Loser Bu Yunchaokete ausgeschaltet hatte. Wieder ging es über fünf Sätze, wieder lag Géa nach drei Sätzen hinten: 7:6 (9), 3:6, 4:6, 6:3, 6:2. Zheng beschrieb hinterher, was den Franzosen so unangenehm macht: „Er kämpft immer gut und läuft jeden Ball an“, sagte er der ATP.
Géa ist damit laut Wikipedia und ATP der erste Lucky Loser seit Corentin Moutet 2022, der bei den US Open das Achtelfinale erreicht, und erst der zweite überhaupt in der Profi-Ära seit 1968.
Wer Arthur Géa ist
Géa ist 21 Jahre alt, geboren am 2. Januar 2005 in Carpentras in Südfrankreich, und aufgewachsen in Velleron.
Es ist ein wirklich kleiner Ort. Selbst in Frankreich kennt ihn niemand.
Arthur Géa über seinen Heimatort Velleron, aus dem Englischen übersetzt (ATP Tour)
Zum Tennis kam er mit sieben Jahren nach einem Sommerprogramm in seinem Dorf. Seine Eltern spielten nicht; sein Vater hatte in seiner Jugend Fußball gespielt. Sein Idol war Rafael Nadal. „Ich habe allein Tischtennis gespielt und gleichzeitig Rafa im Fernsehen geschaut“, erzählte er der ATP.
Vor einem Jahr, während der US Open 2025, war Géa die Nummer 247 der Welt und hatte ein einziges Match auf der ATP-Tour bestritten, eine Niederlage in Marseille. Im Januar gewann er in Nouméa in Neukaledonien seinen ersten Challenger-Titel und rückte in die Top 200 vor. Bei den Australian Open, seinem Grand-Slam-Debüt, schlug er als Qualifikant den an 17 gesetzten Jiří Lehečka und verlor in der zweiten Runde in fünf Sätzen gegen Stan Wawrinka. Im Februar stand er in Montpellier erstmals in einem ATP-Viertelfinale.
Der größere Schritt folgte Anfang August in Mexiko. Als Nummer 127 der Welt gewann Géa in Los Cabos seinen ersten ATP-Titel, im Finale mit 6:3, 6:4 gegen den Titelverteidiger Denis Shapovalov. Bis dahin hatte er drei Matches auf Tour-Ebene gewonnen. Laut ATP war er der jüngste Sieger in der Geschichte des Turniers. Am 3. August stand er erstmals in den Top 100, auf Platz 82; zu Beginn der Qualifikation in New York war er die Nummer 86.
„Ich wusste nicht, wie ich diese Woche gewinnen sollte“, sagte er nach dem Finale in Los Cabos. „Ich war jeden Tag einfach froh, ein Match mehr zu gewinnen, dann noch eins, dann noch eins.“
Heute gegen van de Zandschulp
Im Achtelfinale trifft Géa am Montag auf Botic van de Zandschulp aus den Niederlanden, der in der zweiten Runde den an sechs gesetzten Alex de Minaur mit 6:4, 7:5, 6:2 geschlagen hat. Es ist Géas erstes Match in der zweiten Woche eines Grand-Slam-Turniers. Bei Redaktionsschluss war das Spiel noch nicht beendet; ein Sieg würde ihn ins erste Grand-Slam-Viertelfinale seiner Karriere bringen. Am selben Tag spielt in der Nachtsession im Arthur Ashe Stadium der Topgesetzte Alexander Zverev sein Achtelfinale gegen Luciano Darderi.
Alle Ergebnisse, Zitate und Ranglistenangaben in diesem Text stammen aus den verlinkten Quellen. Zitate wurden aus dem Englischen übersetzt.
Quellen
Wesentliche Aussagen in diesem Artikel stützen sich auf die folgenden Quellen.
- 01ATP Tour · Meet lucky loser Arthur Gea: From a place 'nobody knows' to US Open second weekveröffentlicht · abgerufen
- 02ATP Tour · What is the US Open schedule? (Monday 7 September order of play)veröffentlicht · abgerufen
- 03International Tennis Federation · 2026 Official Grand Slam Rule Book (qualifying: lucky losers and substitutions; set format of main-draw matches)abgerufen
- 04ATP Tour · Los Cabos 2026 final match report: Arthur Gea def. Denis Shapovalov 6-3, 6-4veröffentlicht · abgerufen
- 05Tennis.com · Zachary Svajda vs Arthur Géa · Round 2 · US Open (match statistics)veröffentlicht · abgerufen
- 06Wikipedia · Arthur Géaabgerufen
- 07Wikipedia · 2026 US Open – Men's singlesabgerufen
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